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Was zählt als See?

Ein Fotoprojekt braucht ein Ziel, das man erreichen kann. Deshalb steht hinter dieser App eine feste Definition und ein amtlicher Datensatz — und nicht die Frage, was sich anfühlt wie ein See.

Die Schwelle: 0,5 Hektar

Massgebend ist die statistische Definition von BAFU und Eawag: Ein stehendes Gewässer gilt ab einer Fläche von 0,5 Hektar — 5'000 m² — als See. Alles darunter bleibt Weiher, Tümpel oder Pfütze und ist hier nicht enthalten.

Die Fläche wird nicht aus einem Attribut übernommen, sondern aus der Geometrie berechnet. Sie ist damit das einzige Kriterium: kein Name, keine Bekanntheit, keine Entstehungsart.

Der Datensatz

Grundlage ist swissTLM3D von swisstopo, das topografische Landschaftsmodell der Schweiz, Layer TLM_STEHENDES_GEWAESSER. Verwendete Ausgabe: swisstlm3d_2026-02.

Vier Entscheidungen prägen das Ergebnis:

Flächen aus Uferlinien
swissTLM3D liefert stehende Gewässer als Uferlinien, nicht als fertige Flächen. Die Seeflächen werden aus rund 41'000 Liniensegmenten rekonstruiert.
Inseln zählen nicht mit
1'103 Seeinseln werden von der Wasserfläche abgezogen. Die Ufenau im Zürichsee zählt also nicht als Wasser mit.
Grenzseen mit Schweizer Anteil
Die Flächen sind auf das Schweizer Hoheitsgebiet zugeschnitten. Der Bodensee erscheint deshalb mit 16'262 ha statt mit seiner Gesamtfläche, der Genfersee mit 34'510 ha.
Namen, wo es welche gibt
906 Seen tragen einen amtlichen Namen. Die übrigen 866 bekommen einen Platzhalter nach der Gemeinde, in der sie liegen — „Namenloser See bei Scuol 1". In der Liste stehen diese kursiv.
Angezeigt wird der ortssprachliche amtliche Name: der Genfersee heisst hier Le Léman, der Silsersee Lej da Segl. Die deutschen, französischen und italienischen Formen sind bei 29 Seen hinterlegt und über die Suche auffindbar.

Was dabei herauskommt

Seen insgesamt1'772
davon unter 5 ha1'476
5 bis 50 ha217
über 50 ha79
mit amtlichem Namen906
meiste SeenGR 393 · VS 323 · BE 165

Vier von fünf Seen dieses Projekts sind kleiner als 5 Hektar. Der Aufwand liegt nicht bei den bekannten grossen Seen, sondern bei den Bergseen in Graubünden und im Wallis.

Warum 1'772 und nicht 1'600?

Für die Schweiz wird oft eine Grössenordnung von rund 1'600 Seen genannt. Diese App kommt auf 1'772, also etwa 10 % mehr. Der Unterschied ist keine Ungenauigkeit, sondern eine Folge der Quelle: swissTLM3D führt auch Stauhaltungen, künstliche Weiher und Altarme als stehende Gewässer. Die drei getrennten Abschnitte des „Alten Rheins" etwa erscheinen als drei Seen.

Wer näher an die tiefere Zählung möchte, müsste zusätzlich nach Entstehungsart filtern — ein belastbares Attribut dafür liefert der Datensatz nicht. Statt zu schätzen, bleibt hier das nachvollziehbare Kriterium stehen: Fläche ab 0,5 ha, Stand swissTLM3D.

Zweiter Blickwinkel: limnologisch

Die 0,5-ha-Schwelle sagt nichts darüber, ob ein Gewässer ein See im limnologischen Sinn ist: ein Gewässer mit Tiefenzone, in der das Licht den Grund nicht mehr erreicht. Deshalb trägt jedes Gewässer zusätzlich eine zweite Einstufung — See, Weiher oder unbekannt.

Entscheidend ist die Maximaltiefe. Für Gewässer unter 10 ha gibt es aber keine flächendeckenden Tiefendaten, und wo sie fehlt, kann die Fläche nur die klaren Fälle entscheiden. Alles dazwischen bleibt unbekannt — und wird weder den Seen noch den Weihern zugeschlagen. In der App lassen sich diese Fälle gezielt einblenden; sie erscheinen dann gestrichelt und sind in der Liste gekennzeichnet.

Die limnologische Einstufung wirkt nur innerhalb der amtlichen Liste: kleinere Gewässer sind nicht im Datensatz, und das Fotoprojekt behält so seine feste Grenze. Der Fortschritt rechnet immer gegen den gewählten Umfang. Warum ein Gewässer wie eingestuft ist, steht im Detailpanel unter Einordnung.

Datenlage je Kanton

Ob ein Gewässer limnologisch eingestuft werden kann, hängt an einer publizierten Tiefe. Bern und St. Gallen veröffentlichen Kleinseendaten, Graubünden, Wallis, Tessin und Uri kaum – ausgerechnet die Kantone mit den meisten Bergseen. Der limnologische Modus bildet deshalb teilweise die Publikationspraxis der Kantone ab, nicht nur Eigenschaften der Seen.

Die Tabelle wird beim Aufruf direkt aus den Seendaten der App berechnet. Nur nach Fläche heisst: ohne Tiefenwert, nach Regel 4 (über 50 ha: See) oder Regel 5 (unter 2 ha: Weiher) eingestuft.

Kanton Gewässer mit Tiefenwert nur nach Fläche unbekannt Anteil mit Tiefe
Wird berechnet …

Wo deine Daten liegen

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Deshalb gibt es Exportieren und Importieren. Der Export schreibt den kompletten Tracking-Stand als JSON-Datei — das ist gleichzeitig das Backup und der Weg auf ein anderes Gerät.

Quellen und Lizenzen

Seen-Daten
© swisstopo, swissTLM3D. Kantons- und Gemeindegrenzen aus swissBOUNDARIES3D. Open Government Data, frei nutzbar mit Quellenangabe.
Gemessene Seetiefen
© swisstopo, swissBATHY3D. Open Government Data, frei nutzbar mit Quellenangabe.
Kuratierte Seetiefen (Vorrang vor allen anderen Tiefenquellen)
Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern: «Kleinseen im Kanton Bern», Gewässer- und Bodenschutzlabor, 1999.
Kanton St. Gallen, Amt für Wasser und Energie: Kleinsee-Datenblätter (nur die maximale Tiefe wird übernommen).
Evi Binderheim: Kleinseen-Liste, Grundlage des «Zustandsberichts Schweizer Kleinseen» (BAFU), Stand 2017, nicht publiziert – von der Autorin zur Verfügung gestellt. Übernommen wird nur die maximale Tiefe.
Eawag: Seeparameter des Projekts operational-simstrat (static/lake_parameters.json) und Seentabelle von Datalakes – für beide ist keine Lizenz angegeben. Eawag ERIC, «Small lake temperature monitoring» (doi:10.25678/000F10) und «Small lake oxygen measurements» (doi:10.25678/000F21), CC BY 4.0; aus den Sensortiefen nur als Untergrenze.
Stauanlagen
Bundesamt für Energie, Stauanlagen unter Bundesaufsicht – Open use, Quellenangabe. Verwendet wird die Stauhöhe, nicht die Mauerhöhe.
Literaturwerte der Seetiefe
Wikipedia, Infobox «MAX-TIEFE» (CC BY-SA 4.0) und Wikidata (CC0), nur wo keine kuratierte Quelle, Stauanlage oder Messung vorliegt und der Wert eine Plausibilitätsprüfung besteht.
Modellierte Seetiefen
GLOBathy (CC0) über die Zuordnung zu HydroLAKES (CC BY 4.0), nur Werte ab 8 m und nur als Untergrenze.
Amphibienlaichgebiete
© BAFU, Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung (IANB). Open Government Data.
Kartengrundlage
© OpenStreetMap contributors, lizenziert unter ODbL.
Gestaltung
IBM Carbon Design System (Apache 2.0), Schriften IBM Plex (SIL Open Font License).